Steigende Nachfrage nach Berufskraftfahrern
(Quelle: BAG Sonderbericht - Güterkraftverkehr 06.10.2011)
... Einhergehend mit der positiven konjunkturellen Entwicklung und dem wachsenden
Transportaufkommen hat die Nachfrage nach Berufskraftfahrern innerhalb des vergangenen Jahres deutlich zugenommen.
Unternehmen weisen vermehrt auf Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung hin und beklagen teilweise einen Mangel an qualitativ gut eingeschätzten Fahrern.
Hierbei sind jedoch deutliche Unterschiede festzustellen in Abhängigkeit vom Marktsegment und Ausbildungsengagement der Unternehmen.
Ausbildungsbetriebe haben regelmäßig keine Probleme, offene Stellen mit eigenem Nachwuchs zu besetzen.
Insgesamt überwiegt die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Kraftfahrzeugführer die der offenen Stellen in allen Regionen Deutschlands mehr oder weniger deutlich – wenngleich nicht alle der gemäß der Statistik dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Fachkräfte, tatsächlich in diesem Beruf einsetzbar sind.
Geringes Ausbildungsengagement
(Quelle: BAG Sonderbericht - Güterkraftverkehr 06.10.2011)
Ein weiterer Grund für die steigende Nachfrage nach Berufskraftfahrern ist die Altersstruktur der Beschäftigten.
In den kommenden 15 Jahren wird über ein Drittel der Berufskraftfahrer altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden.
Bedenkt man ferner das berufliche Ausscheiden zahlreicher Fahrer vor Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters, dürfte die Zeitspanne noch kürzer sein.
Zwar stieg das Ausbildungsengagement in der Branche in den vergangenen Jahren kontinuierlich an.
Hierzu bietet nicht zuletzt das durch das Bundesamt betreute Förderprogramm „Aus- und Weiterbildung“ einen finanziellen Anreiz.
Dennoch reicht die Ausbildungstätigkeit bislang bei weitem nicht aus, das Ausscheiden zahlreicher Fahrer in den kommenden Jahren zu kompensieren.
Nach wie vor bietet ein Großteil der Unternehmen keine Ausbildungsplätze an.
Als Gründe hierfür werden häufig eine mangelnde Qualität der Bewerber sowie fehlende strukturelle Voraussetzungen im Unternehmen genannt.
Zahlreiche Ausbildungsinitiativen von Verbänden versuchen, den Bekanntheitsgrad und das Image des Berufsbildes zu erhöhen sowie Unternehmen bei der Ausbildung zu unterstützen.
Ferner versuchen einzelne Unternehmen beispielsweise über soziale Netzwerke
im Internet neue Kontaktwege zu Jugendlichen – und damit potenziellen Bewerbern
– zu knüpfen oder schließen sich zu Ausbildungsverbünden zusammen, um strukturelle Engpässe auszugleichen und gemeinsam Ausbildungsplätze anzubieten.
Insgesamt ist jedoch angesichts der zunehmenden Klagen, offene Stellen von Berufskraftfahrern nicht mit geeigneten Fachkräften besetzen zu können, das Engagement der Branche, Nachwuchskräfte zu gewinnen und auszubilden, noch sehr gering.
Eine Vielzahl der Unternehmen hat bislang keine Anreize gesetzt und Maßnahmen getroffen, dem zunehmenden Nachwuchsmangel zu begegnen und das Image des Berufsbildes zu verbessern.
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